Winter 2025/26 Teil 11 - Saudi-Arabien

Winter 2025/26 Teil 11 - Saudi-Arabien
Der Felsen Al Mahajjah liegt mitten in der Tayma Wüste nördlich von Al Ula.

Wir erreichen Saudi-Arabien, ein absolutistisch regiertes Königreich mit einer Bevölkerung von 35 Mio. Wir legen die rund 1000 km von unserem ersten Ziel Riyadh durch die Rub-al-Chali-Wüste auf grösstenteils guten Autobahnen mit einer Übernachtung zurück.

Nach so viel unterschiedlichem Sand (es gibt gelben, weissen, beigen, roten und zudem Steine und Dünen in allen Formen 😄), werden wir von der Millionenstadt (7 Mio.) Riyadh doch etwas gefordert.

Doch es gibt auch ein touristisches Riyadh: Diriyah eine Art Freilichtmuseum mit renovierten Lehmgebäuden, aber auch einen wunderschönen Ausblick von der Aussichtsplattform des Al Faisaliah Towers mit seiner großen verspiegelten Kugel an der Spitze. Am Ende besichtigen wir noch das Nationalmuseum.

Unser nächstes Ziel nach der Millionenstadt ist ein besonders spektakulärer Aussichtspunkt an der Abbruchkante eines Hochplateaus. Wir übernachten dort bei deutlich kühleren Abendtemperaturen von 8 °C bei steifem Wind.

In Ushaiqer besichtigen wir ein Heritage Village mit dem ehemaligen Haus eines Imams. Es gab sehr schöne Räume und Ausstellungsstücke und ausgesprochen freundliche Männer, die uns herumführten, viel erklärten und uns Tee und Datteln anboten.

Schon folgt die nächste längere Etappe in den Süden Saudi-Arabiens. Nach längerer Fahrt finden wir ein Plätzchen bei einem unscheinbaren Heritage Village namens Layla. Es ist weniger aufwendig renoviert, dafür aber umso authentischer. Wir entdecken eine alte Moschee und Lehmhäuser und können das verlassene Dorf, das langsam in Wanderdünen verschwindet, umrunden.

Der nächste Übernachtungsplatz auf der Fahrtroute ist wie aus dem Bilderbuch: Mitten im Nichts, umgeben von Bergen, liegt das Wadi Ad-Dawasir.

Ausflug in die „Altstadt“ von Abha: Alle Ziele aus den Reiseführern sind entweder verlottert oder für Monate hinter Bauzäunen verrammelt. Nichtsdestotrotz sind wir herumgestreift und haben dann sogar Straßenzüge mit Ladengeschäften gefunden. Zudem gab es einige Exponate entlang der „Art-Street“ und zuletzt ein authentisches Restaurant mit einem hervorragenden Kamelfleischgericht.

Danach stand eine anstrengende und längere Bustour auf dem Programm, die uns zuerst zu der unspektakulären Ausgrabungsstätte Ahad Rufaidah in Jerash führte. Dann ging es weiter zum Bergdorf Al Halami in der Flanke eines Hochplateaus, das nur mit einer Seilbahn von der Klippe aus in 2'400 m Höhe erreichbar ist. Danach ging es weiter nach Al Qarn, einer Siedlung mit Häusern, deren Fassaden mit Schieferplatten verkleidet sind.

Auf der Bustour besuchten wir dann ein Museum, das sich einer Form der Wandmalerei widmet, die sogar Eingang in die UNESCO-Listen fand.

Die Stadt Abha liegt mit 2'270 Metern über dem Meeresspiegel sehr hoch. Unser nächstes Ziel liegt auf 1.100 müM. Dazwischen liegt noch Jabal Soudah auf 2'700 Meter. Wir befahren eine extrem steile Asphaltstraße, die auf den ersten 8 km 1'000 Höhenmeter überwindet. Calles Bremsen mussten hart arbeiten.

Im Tal besuchen wir dann das pittoreske Bergdorf Rijal Almaa mit seinen schönen, zurückhaltend renovierten Steinhäusern.

Weiter geht es durch Täler und wir verbringen eine Nacht bei schönen Steinformationen bei Al Qunfidhah.

Weiter geht es zu einem weiteren Bergdorf, Thee Ain, das sich über einen ganzen Felsenrücken erstreckt. Sehr schön anzusehen. Wir sind in diesem Dorf bis ganz nach oben gewandert. Es ist wirklich sehenswert, wobei nicht ganz klar ist, was Rekonstruktion und was noch unveränderte historische Substanz ist.

Wir haben auf einem terrassierten Parkplatz mit Bäumen übernachtet. Auf der Weiterfahrt besichtigen wir weitere Steinhäuser in Al Bahla.

At Ta'if ist eine für uns überraschend lebendige Stadt. Gegen Abend war in der Altstadt sehr viel los. Es waren viel mehr Menschen auf den Gassen als an anderen Orten.

Weiterfahrt nach Jeddah, der zweitgrössten Stadt Saudi-Arabiens mit knapp vier Millionen Einwohnern, wobei die Fahrt an das Rote Meer tierisch interessant war.

In Jeddah angekommen haben wir als erstes den Altstadtbezirk Al-Balad besichtigt.

Am nächsten Tag steht ein schneller Ausflug nach Medina, der zweiten Pilgerstadt der Muslime neben Mekka, auf dem Programm. Letztere darf von Nicht-Muslimen nicht betreten werden. Die 400 km lange Strecke von Jeddah am Roten Meer nach Medina haben wir mit dem Haramain High Speed Train in nur 30 Minuten zurückgelegt – das ist wie fliegen am Boden!

In Medina begegnen wir einer grossen Anzahl von Pilgern aus allen Weltgegenden mit unterschiedlichen Kleidern und Hautfarben - sehr spannend.

Wir waren wieder sehr (!) schnell zurück in Jeddah und haben den Yachthafen und den Fischmarkt besichtigt.

Unser Übernachtungsplatz lag in der Nähe der King Fahd’s Fountain, des welthöchsten "Springbrunnens".

Blick vom Übernachtungsplatz am Roten Meer in Jeddah zur welthöchsten Fontäne, der King Fahd’s Fountain.

Nun geht es entlang des Roten Meeres nach Rabigh, wo wir an einem öffentlichen Strand mit Spielplatz übernachten. Am Folgetag dann weiter nach Yanbu wo wir am nächsten Morgen zu einem Schnorchelausflug zu einem Riff gefahren werden.

Nun verlassen wir die Küste des Roten Meer und machen uns auf Richtung Al Ula. Wir übernachten einmal mehr in der Wüste abseits der Strasse.

In Al Ula besichtigen wir als erstes die touristisch renovierte "Altstadt" - eine schön gestaltete Ansammlung von Lehmhäusern entlang einer Flaniermeile.

Gleich darauf besichtigen wir einen der meistfotografierten "Steine" in Al Ula, den Elephant Rock.

Ein Monument aus Stein: der Elephant Rock von Al Ula.

Weitere Steinformationen sind um Al Ula zu finden.

Am Abend fahren wir auf den Aussichtspunkt Harrat Viewpoint über Al Ula.

Nach einer Übernachtung auf dem Harrat und dank des Roadbooks der Pistenkuh konnten wir östlich von Al Ula schöne Felsformationen er-fahren (Offroad-Tracks SU4 und SH1). Während einer Übernachtungspause legten wir auf einem Steinhaufen noch Steine nach und setzten einen gefundenen Teekrug darauf. Wir taufen diese Landmarke Jabal Chai (Teeberg).

Weiter ging es entlang des Tracks SH1 durch die Tayma-Wüste über Steinplatten, Vulkansteine und einiges an Tiefsand. Es war einfach nur schön und weit und breit war keine Zivilisation zu sehen. Bis wir beim spektakulären Felsen Al Mahajjah auf freundliche Einheimische trafen, die dort mit ihren SUVs campierten.

Spektaklärer Felsen Al Mahajjah, erreichbar über Tiefsand und Sandpisten.

Am nächsten Morgen war der Felsen noch in anderem Licht zu bestaunen.

Weiter geht es offroad durch die Wüste.

Und nicht immer war die Strecke einfach zu befahren.

Die Wüste Tayma hatte noch viel mehr unglaubliche Steinstrukturen zu bieten.

Hinter der Double Bridge konnten wir übernachten. Am nächsten Tag haben wir eine kleine Moschee besucht und dazu die passende Garderobe gewählt.

Noch einmal geht es in die Wüste, zum Rainbow Arc.

Nach so viel Naturspektakel besichtigen wir ein von Menschen geschaffenes: Maraya, das grösste komplett mit Spiegelfassade versehene Haus, ein Konzert- und Veranstaltungsgebäude.

In einem anderen Tal in Al Ula war ebenfalls eine Skulpturenausstellung zu bewundern. Verschiedene Künstler hatten Felsenschnitte mit aktuellen Installationen bespielt: DessertX.

Ein weiteres High-Light ist Hegra - eine Grabstätte aus dem 1. Jahrhundert nach Christus. Diese stammt aus dem Nabatäischen Königreich und bildete nach Petra in Jordanien, die südlichste Stadt dieses Volkes. Hegra beherbergt mehr als 110 gut erhaltene nabatäische Gräber, die aus Sandsteinvorsprüngen herausgehauen wurden.

Weiter nordwärts verlassen wir die Asphaltstraße und fahren in ein Wüstengebiet mit bizarren Felsnadeln. Am Ende geht es noch zu einem Bahnhof, der an der Zugverbindung Medina–Damaskus lag. Diese Strecke wurde 1908 eröffnet und wenige Jahre danach im Ersten Weltkrieg zerstört.

Es folgt eine weitere Pistenkuh-Strecke (SU1) mit grandiosen Landschaften und einem wunderschönen Nachtplatz: Offroad mit Weichsand und Lavagestein.

Wir fahren von Norden, auf über 1'400 müM in das wunderschöne Wadi Disah ein. Bis zum Nachtplatz ist es ein sehr breites Tal.

Am Folgetag ändert sich dies zu einem engen Canyon, durch den ein kleiner Wasserlauf fliesst. Palmen und dicht stehendes Schilf wechseln sich mit Weichsand ab.

Anschliessend geht es auf einer weiteren Tour (ST4) zum Grand Canyon von Arabien, wo man hauptsächlich durch Weichsand zwischen Felsformationen hindurchfährt.

Grand Canyon von Arabien. Ein Tiefer Einschnitt am Rande der Hisma Wüste bei Tabuk.

Wir durchqueren noch Wüste auf der Autobahnstrecke nordwärts. Bis wir dann Haql an der Grenze von Saudi-Arabien zu Jordanien am Roten Meer erreichen. Somit bricht die letzte Übernachtung in Saudi-Arabien an. Am Horizont sehen wir Ägypten.

Damit haben wir Saudi-Arabien durchquert und es geht weiter nach Jordanien: Mehr im Teil 12 ...