Winter 2025 Teil 12 - Jordanien und Irak
Nach einem eher chaotischen Grenzübertritt nach Jordanien erreichen wir Aqaba. Wir übernachten auf dem Gelände eines Beach Clubs mit Sicht auf das Rote Meer und am anderen Ufer auf Ägypten.


Berenice Beach Club in Aqaba.
Wir besichtigen die Stadt Aqaba und tauchen ein in die kulinarischen Angebote vor Ort.




Wir geniessen und bestaunen das breite Angebot in Aqaba.
Auch das Fort Aqaba haben wir besichtigt.


Das Fort von Aqaba.
Die Fahrt geht nun zum Wadi Rum. Wir fahren an einem alten Bahnhof mit einer ausser Betrieb gesetzten Lokomotive vorbei und erreichen den Eingang des weitläufigen Wüstengebietes. 740 km² sind als Schutzzone in der Welterbeliste der UNESCO aufgeführt. Gleich am Eingang befindet sich eine Ausgrabungsstätte, die auf die Nabatäer zurückgeht.


Eine Lockomotive auf einem alten Bahnhof vor dem Wadi Rum und eine nabatäische Ausgrabungsstädte.
Wir freuen uns. Denn wir dürfen uns innerhalb dieser weitläufigen Wüste aus rotem Sand frei bewegen. Und das mit unseren eigenen Fahrzeugen.

Insgesamt übernachten wir zwei mal weit weg von touristischen Einflüssen, welche in Form von meist verlassenen Wüstencamps verstreut aufgebaut sind.









Mit Calle durch das Wadi Rum bis nahe an die Grenze von Saudi-Arabien.
Einmal fahren wir zur Ortschaft Rum zurück und geniessen wieder einmal Chicken-Rice.


Im Restaurant.
Wieder zurück ins Wadi ...






Vielfältige Wüstenlandschaft und schöne Felsformationen begleiten uns durch das ganze Wadi Rum.
Als Nächstes fahren wir nach Petra, einem weiteren Höhepunkt Jordaniens. Die Stadt liegt in einer gebirgigen Landschaft.
Zunächst besuchen wir „Klein-Petra“, auch Siq el-Barid genannt. Klein-Petra war ein bedeutender Karawanenrastplatz auf der Handelsroute zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer und zudem der größte Warenumschlagsplatz von Petra. Die schmale Schlucht am Eingang konnte durch eine Tür verschlossen werden und bot aufgrund ihrer Unzugänglichkeit große Sicherheit. Sie wird auf die zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. datiert.



Die Umgebung von Petra. Klein Petra wenige Kilometer nördlich von Petra, war sowohl Siedlung, Warenumschlagsplatz wie auch Grabstätte aus Nabatäischer Zeit.
Die Ortschaft Wadi Musa beherbergt ein Archäologisches Museum.



Fundstücke aus Petra im Archäologischen Museum.
Am nächsten Morgen besichtigen wir Petra, die ehemalige Hauptstadt des Nabatäerreichs. Der Eingang befindet sich in einer tiefen, engen Schlucht. Diese öffnet sich zu einem imposanten Mausoleum – Indiana Jones war auch hier. Im weiteren Verlauf finden sich viele weitere Grabhöhlen sowie ein riesiges römisches Amphitheater und weitere Bauten aus römischer Zeit. Nach einer Wanderung bergauf erreichen wir schließlich das Felsengrab Ad Deir, ein weiteres monumentales Heiligtum der Nabatäer.









Zugang durch eine enge Schlucht (Siq) mit seitlichen Wasserkanälen, das "Schatzhaus des Pharao", ein Mausoleum. Neben römischen Bauten in der Höhe gelegen das Felsengrab Ad Deir.
Wir fahren zum Nationalpark Dana um dort eine abwechslungsreiche Wanderung bei erstaunlich tiefen Temperaturen und einem markanten Wind zu unternehmen.







Unter ortskundiger Führung (mit praktischer Biologievorführung) auf einer Wanderung im Dana Nationalpark. Seit langem sehen wir wieder einmal eine Wiese.
Wir können auf einer Pferdefarm übernachten und besichtigen eine Burg aus der Zeit der Kreuzzüge in Kerak, auf einer Höhe von 1'000 Metern.



Kirbat al Hawiya bei Karak ist eine Kreuzfahrerburg.
Nun geht es abwärts, zum tiefsten Punkt der Reise: Dem Toten Meer auf 440 Meter unter dem Meeresspiegel.

Es geht nicht ohne: Das obligate Bad im Salzwasser. Wir hatten kräftig Auftrieb!


Physik am eigenen Körper erleben: Badeversuch im Toten Meer.
Unser Stellplatz über dem Toten Meer mit freiem Blick auf die West Banks und am Horizont die Silhouette von Jerusalem.


Exponiert über dem Meer, aber sehr schön gelegen war unser Stellplatz.
Am Morgen des 28. Februars 2026 wurden wir durch das Israelische Mobilnetz auf unseren Handys über den befürchteten, aber trotzdem unerwarteten Kriegsbeginn, d.h. Angriff Israels und der USA auf Iran, informiert. Bald hören und spüren wir entfernte Detonationen und sehen Kondensstreifen von Raketen am Himmel. Wir werden uns somit von der unmittelbaren Grenznähe in das Landesinnere von Jordanien verabschieden.




Durch das fruchtbare Jordantal in die Höhe bis nach Ajloun, wo wir uns auf dem Markt noch mit dem nötigsten versorgen.
Das Leben auf dem Markt und auch auf der Fahrt geht in Jordanien seinen normalen Gang. Der regelmässige Fliegeralarm warnt vor Überflügen, kümmert niemand, aber ist äusserst unangenehm. Wir fahren weiter bis nach Jerash, wo wir trotz der aktuellen Situation die grosse römische Ausgrabungsstätte besichtigen. Wir sind auch dort nicht alleine unterwegs.






Die römischen Ruinen von Jerash sind eindrücklich.
Wir fahren zügig zur Jordanisch-Irakischen Grenze und verbringen eine Nacht im Zollhof. Die langwierige Zollabfertigung dauert lange bis in die tiefe Nacht.



Die Gruppe fährt zusammen an die Grenze zum Irak und übernachtet dort im Zollhof Al Karamah. In Sichtweite: Iraq.
Die Grenze ist geschafft. Im Konvoi von 18 Fahrzeugen und zwei Polizeiautos fahren wir stundenlang durch Wüstengebiet rund 450 km bis nach Ramadi, wo für uns ein Strassenstück abgesperrt wurde und wir unter Bewachung die Nacht direkt am Euphrat verbringen.






450 km fahren im Konvoi bis in den Abend und übernachten am Euphrat in Ramadi. Am Morgen gab es dann noch Diesel bevor es im Konvoi weiter ging.
Am nächsten Tag fahren wir dann an Bagdad vorbei und in den Norden bis nach Mossul. Rund 480 km mit Begleitfahrzeugen und regelmässigen Stopps.


Fahrt durch den Irak. Im Norden ohne Konvoi-Formation. Übernachtungsplatz in Mossul im Al Sadeer Tourist Complex nahe dem Tigris.
Von Mossul bis an die türkische Grenze waren es dann nur noch 130 km.


Unmittelbar vor dem Ausreisezoll Ibrahim Khalil. Blick über die Grenze auf eine türkische Fahne. Erleichterung für uns und viel Respekt vor den Menschen, die wir zurücklassen.
Einerseits waren wir froh, gänzlich ohne Probleme aus einer Krisensituation in ein Land ohne direkte Kriegsgefahr zurückkehren zu können. Andererseits lassen wir viele Menschen zurück, die nicht wie wir einfach dorthin fahren können, wo es sicherer ist. Wir möchten uns bei allen Personen, die uns bis hierhin unterstützt haben, herzlich bedanken.
Wir werden wieder zurückkehren! Wir möchten den Irak, seine Bevölkerung und seine jahrhundertealte Kultur besser kennenlernen.

Typische Strassenszene in Silopi, der ersten Stadt in der Türkei, die wir durchfahren.
Am 5. März sind wir somit aus dem Irak ausgereist. Wir machen uns langsam auf den Weg von Anatolien nach Europa.
Mehr in Teil 13 ...
Comments ()